Coinbase erwirbt das Startup Neutrino, um die Daten seiner Kunden zu schützen. Dafür erntet die Börse einen Shitstorm. Am 19. Februar gab Coinbase bekannt, das Startup Neutrino erworben zu haben. Offiziell ging es darum, ein breiteres Angebot an Crypto-Assets bieten zu können. Neutrino sollte dabei helfen, den Wert neuer Tokens einzuschätzen. Kurs nach der Bekanntgabe der Übernahme tauchte der Hashtag #DeleteCoinbase auf. Über Twitter forderten sich die Coinbase-Nutzer auf, ihren Account auf der Börse zu löschen.

Neutrino – ein dubioses Startup

Coinbase-Nutzer teilten auf Twitter Screenshots von ihren gelöschten Accounts und riefen andere Twitter-Nutzer dazu auf, es ihnen gleichzutun. Doch weswegen war das Startup ihnen so verhasst? Grund dafür ist ein Tweet von Francis Pouliot, Mitbegründer von Bull Bitcoin.

Das Startup wurde von drei ehemaligen Mitgliedern des dubiosen Überwachungsanbieters „Hacking Team“ gegründet. Das Hacking Team war deshalb so umstritten, weil es zuvor Spyware verkauft haben soll. Unter anderem an die Regierungen von Staaten wie Saudi-Arabien und dem Sudan.

Francis Pouliot nannte das Hacking Team in seinem Tweet eine „regierungsfeindliche Söldner-Hackfirma“, welche ihre Spyware zur Verfolgung von Dissidenten zur Verfügung stellen würde. Dabei handelt es sich nicht um unbegründete Vorwürfe: Die Washington Post hatte bereits darüber berichtet, wie das Hacking Team mit Saudi-Arabien zusammengearbeitet hatte. Diese Zusammenarbeitet resultierte auch in der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi.

Coinbase verteidigt sich

Coinbase weiß über die Arbeit des Hacking Teams Bescheid, argumentiert aber, dass die Börse die Technologien von Neutrino für den Schutz und die Kontrolle von Kundendaten benötigt. Das sei besonders erforderlich, nachdem herausgekommen war, dass der vorige Anbieter Kundendaten verkauft hatte.

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