Der Name Fintech setzt sich aus den Begriffen Finanz und Technologie zusammen. Fintechs sind meist junge dynamische Unternehmen, die mit Innovation die verkrustete Finanzbranche aufbrechen wollen. Diese neuen Unternehmen sind so innovativ, dass sie von den traditionellen Banken als Bedrohung angesehen werden. Diese versuchen nun mit allen Mitteln, den neuen Startups das Geschäften schwer zu machen. Soeben wurde wieder ein Fall von möglicher IBAN-Diskriminierung bekannt. Aber jetzt der Reihe nach:

In einer Facebookgruppe rund um Finanzfragen postete die Userin K.G. ihren „Fall“. Sie eröffnete ein Cafe in Deutschland. Als Geschäftskonto wurde ein Konto beim finnischen Fintchunternehmen Holvi eingerichtet. Doch eine ganz normale Überweisung von der Landensbank Baden-Wüttenberg via SEPA auf die finnische Holvibank klappte nicht und wurde abgelehnt, schreibt die Inhaberin auf Facebook:

Überweisungen auf unser Holvi-Konto von der deutschen Sparkasse und von der Landesbank Baden-Württemberg wurden allen Ernstes mit der Begründung abgelehnt, dass es sich bei Finnland um ein „unsicheres Land jenseits des Urals“ (= so die Ausage des Bankmitarbeiters der Sparkasse!). Finnland sei grundsätzlich gesperrt.

Im Weiteren schreibt die Userin dann, dass es sich wahrscheinlich um einen klassichen Fall von sogenannter IBAN-Diskriminierung handle:

Klar, dass traditionelle Banken nicht wollen, dass so zukunftsweisende und service-orientierte FinTech Unternehmen, wie Holvi groß werden und mit allen Mitteln verhindern wollen, dass europäische Unternehmen in den Genuss dieser Services kommen, die da wären:

  • Eingebautes Shopsystem mit sämtlichen bekannten, sicher verifizierten Zahlungswegen, wie Sofort-Überweisung, EPS, Kreditkarten usw.
  • Papierlose Buchhaltung mit Schnittstelle zur Buchhaltungs-Software deines Steuerberaters.
  • Echtzeit-Überweisungen statt Pony-Express mit einer Woche „Banklaufzeit“.

Tipp: sich nicht ins Boxhorn jagen lassen. Finnland gehört zur EU und ist natürlich ganz normal Teil des SEPA Raumes. Falls ihr solche Erfahrungen macht, habt ihr ausnahmsweise mal die EU auf Eurer Seite. Die ist nämlich an einheitlichen Zahlungswegen interessiert. Deswegen wurde ja extra der SEPA-Raum geschaffen. Falls Eure Bank eine Überweisung von oder in typische Finntechländer wie Finnland, Estland, Littaue an FinTechs wie Holvi, Paysera, etc. verweigert, könnt ihr mit einer Beschwerde bei der europäischen Bankeaufsicht drohen. Unter dem bafin-link unten, findet ihr die Beschwerdestelle!

Der SEPA Standard schreibt denn auch ganz klar: Einschränkungen  sind nicht zulässig

Lastschriften von Konten aus dem EWR und Überweisungen an und von EWR-Konten müssen akzeptiert werden. SEPA (Single Euro Payments Area) steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum und bedeutet die Nutzung gleicher Verfahren und Standards im Euro-Zahlungsverkehr. Derzeit nehmen 34 europäische Länder an der SEPA-Initiative teil.

Nutzer von Zahlungsverkehrsdienstleistungen können mit SEPA bargeldlose Euro-Zahlungen von einem einzigen Konto innerhalb des SEPA-Raumes vornehmen. Erstmalig ist es auch möglich, grenzüberschreitende Lastschriften zu tätigen. Das macht den Zahlungsverkehr einfacher, schneller und auch günstiger, u.a. da es nun bei grenzüberschreitenden Aktivitäten nicht mehr notwendig ist, mehrere Konten in unterschiedlichen Ländern zu halten.

IBAN-Diskriminierung in Deutschland: Neue Beschwerdestelle bei der Wettbewerbszentrale eingerichtet

Die Wettbewerbszentrale hat auf ihrer Internetseite eine SEPA-Beschwerdestelle eingerichtet. Diese bietet Unternehmen und Verbrauchern die Möglichkeit, sich direkt bei der Wettbewerbszentrale zu beschweren, wenn ein nicht von der BaFin beaufsichtigtes Unternehmen bestimmte Kunden bei SEPA-Zahlungen diskriminiert (IBAN-Diskriminierung).

 

IBAN-Diskriminierung: Quellen und Beschwerdestellen

(*) Ob sich dieser Fall wirklich so zugetragen hat, konnte Bitcoin News Schweiz bis zum jetztigen Zeitpunkt nicht verifizieren da die Medienstelle der besagten Banken am Wochenende geschlossen haben. Update folgt.