Das Frankfurter Fintech Agora Innovation sichert sich Seed-Investment vom High-Tech Gründerfonds: Das Blockchain Start-up entwickelt eine plattformunabhängige Software, die den globalen, gesetzeskonformen Handel digitalisierter Wertpapiere (Security Token) mit der Digital Ledger Technology (DLT) ermöglicht.

Das Frankfurter Fintech Agora Innovation bekommt in der ersten Finanzierungsrunde 750.000 Euro Seed-Kapital vom High-Tech Gründerfonds. Das Startup entwickelt mit IVE (Identity Verification Engine) eine Software, die digitale Identitäten mit anonymen Kryptowallets für regulierte und gesetzeskonforme Security Token Transaktionen verknüpft. Dadurch wird der globale Handel von digitalisierten Wertpapieren im gesetzlichen Rahmen auf der Blockchain ermöglicht.

“Unser weltweites Wirtschafts- und Finanzsystem wird sich in den nächsten Jahren durch die Digitalisierung dramatisch verändern”

blickt Phong Dao, Co-Gründer und CEO von Agora Innovation in die Zukunft.

“Wir unterstützen unsere Kunden als zuverlässiger Partner dabei, die Vorteile von DLT- und Kryptotechnologien gewinnbringend zu nutzen.”

Mit IVE macht das Frankfurter Fintech die Blockchain fit für den regulierten Wertpapierhandel und institutionelle Investments. Die Idee dahinter: Digitale Identitäten werden mit anonymen Blockchain-Wallet-Adressen verknüpft. Dadurch wird bei Transaktionen von Security Token (im Primär- und Sekundärmarkt) eine Prüfung von Unternehmens- und Personendaten möglich – eine Voraussetzung für den gesetzeskonformen Handel von Security Token auf der Blockchain.

“Wir sind überzeugt, dass sich der Markt für Security Token sehr stark entwickeln wird und sehen gleichzeitig die Herausforderung für Emittenten, den sich aktuell formenden, regulatorischen Anforderungen für wertpapierähnliche Token in verschiedensten Jurisdiktionen gerecht zu werden”

begründet der zuständige Investment Manager Dr. Ulrich Schmitt das finanzielle Engagement des High-Tech Gründerfonds.

HTGF-Geschäftsführer Dr. Alex von Frankenberg lobt das zukunftsweisende Geschäftsmodell von Agora Innovation: “Wir freuen uns sehr über unser viertes Blockchain Investment. Everything will be tokenized – Immobilien, Unternehmensanteile, Kunstgegenstände, Rohstoffe usw. Ein wichtiger Baustein dazu wird die Identity Lösung IVE von Agora Innovation sein.”

Agora Innovation hat mit der Entwicklung von IVE begonnen, um ein konkretes Problem zu lösen, mit dem das Start-up konfrontiert war. Als Dienstleister für Initial Coin Offerings (ICOs) erkannten die Gründer bereits 2017, dass diese Methode der Kapitalaufnahme mit erheblichen regulatorischen Risiken verbunden ist. In Zukunft würden Token Offerings reguliert und transparent sein müssen: Darstellbar mit sogenannten Security Token. Um gesetzeskonform zu sein, muss bei STOs allerdings jederzeit exakt nachvollzogen werden können, wer Eigentümer der Token bzw. Partei einer Transaktion ist.

Da es derzeit keine praktikable Lösung gibt und weil sich die Regeln für den Handel mit Token in vielen Ländern häufig ändern, haben die Gründer von Agora Innovation mit der Entwicklung der Software IVE begonnen. IVE kann flexibel auf neue rechtliche Anforderungen reagieren, etwa durch Aufsichtsbehörden wie die deutsche BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) oder die SEC (Securities and Exchange Commission) in den USA.

“Die Regulierung der Kryptomärkte befindet sich in stetem Wandel – und zwar in vielen Ländern der Welt. Das ist für Token Emittenten eine enorme Herausforderung”, erklärt Phong Dao. IVE kann individuell konfiguriert werden, um z.B. Anforderungen an “Know Your Customer”-Prozesse in unterschiedlichen Jurisdiktionen weltweit zu erfüllen.

“Mit IVE baut das Team der Agora Innovation GmbH eine technische Lösung, die den Emittenten in die Lage versetzt, auch nach Token-Emission schnell auf regulatorische Änderungen zu reagieren und im peer-to-peer Sekundärmarkt nur Transaktionen zuzulassen, die den Regelwerken verschiedener Jurisdiktionen gerecht werden. Unseres Erachtens befähigt IVE damit die Emittenten, das enorme Potenzial des peer-to-peer Sekundärmarktes auszuschöpfen”

freut sich Dr. Ulrich Schmitt, das Team dabei zukünftig zu unterstützen.

Das Kapital aus der Finanzierungsrunde verwendet Agora Innovation für die Erweiterung des Teams, um das Produkt zur Marktreife weiterzuentwickeln. Zudem will das Frankfurter Startup weitere Partner – u.a. Anwaltskanzleien, Identitätsprüfer, Exchanges – gewinnen und den Markteintritt beschleunigen.