Malta wird immer mehr zur Blockchain-Insel, Unternehmen wie grosse Exchanges eröffnen Niederlassungen und Büros auf der Mittelmeerinsel. Neu auch die an der Frankfurter Börse notierte Firma Fineqia. Ein interessanter Podcast Namens „Crypto Corner“ beleuchtet Malta und die Blockchain-Technologie ausführlich.

„Ich glaube leidenschaftlich daran, dass Technologie die Systeme revolutioniert und verbessert. Deshalb möchten wir Malta als ‚Blockchain-Insel‘ etablieren. Malta ist die weltweit erste Jurisdiktion, die einen Regelungsrahmen für diese neue Technologie geschaffen hat, die sich bisher in einem rechtlichen Vakuum bewegte. Blockchain macht Kryptowährungen zur unvermeidlichen Zukunft des Geldwesens. Mehr Transparenz trägt dazu bei, gute von schlechten Geschäften unterscheiden zu können.“

Malta – Prime Minister Addresses General Debate, 73rd Session

Dies war ein kleiner Auszug aus der Rede von Joseph Muscat, dem Premierminister von Malta, bei der 73. Tagung der UN-Generalversammlung am 27. September. Der kleine Inselstaat im Mittelmeer hat – insbesondere im Laufe des vergangenen Jahres – den Spitznamen „Blockchain-Insel“ erhalten, nachdem eine Vielzahl bedeutender Krypto- und Blockchain-Unternehmen sich dort niederließen. Zudem wurden im Juni drei Meilenstein-Gesetze verabschiedet, die einen Rechtsrahmen für den Blockchain-Bereich begründen.

In einem im Juli von Forbes veröffentlichten Interview erläuterte Maltas Junior-Minister für Finanzdienstleistungen, digitale Wirtschaft und Innovation, Silvio Schembri, wie der „prinzipienbasierte Ansatz“ der Regierung es ihr ermöglicht, das Potenzial einer Technologie zu erkennen, das anderen vielleicht entgeht.

„Aktuell sehen sich andere Jurisdiktionen an, was auf dem weißen Papier steht, um festzustellen, ob es sich dabei um ein zertifiziertes Dokument handelt. Am wichtigsten ist jedoch die Technologie, die hinter dem weißen Papier steckt – das wird häufig übersehen. Wenn die Technologie mangelhaft ist, wird das Produkt nicht das halten, was es auf dem Papier verspricht. Wir beschäftigen uns eingehend mit der Technologie hinter diesen Unternehmen mit Blockchain-Fokus.“

Schembris Zusicherung von Maltas technologiefreundlicher Vision wurde im August 2018 von Bundeep Singh Rangar, Chief Executive Officer (CEO) der Fineqia International, Inc. , in einer Medienmitteilung bekräftigt. Er gab bekannt, dass der Sitz der Blockchain- und Kryptotochergesellschaft des Unternehmens, Fineqia Investments Limited, auf der Insel eingerichtet werden würde:

„Malta erfüllt als Pionier auf dem Gebiet Kryptofreundlichkeit viele unserer Anforderungen. Die Auswahl einer Jurisdiktion, in der die rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen auf die neuen Technologien und Finanzinstrumente abgestimmt sind, ist genauso wichtig wie die Auswahl sinnvoller Investitionsmöglichkeiten.“

Neben Fineqia haben sich auch bereits viele andere Unternehmen auf Malta niedergelassen, darunter die Kryptobörsen-Giganten Binance, OKEx und ZB.com. (Sie liegen CoinMarketCap zufolge volumenmäßig auf den Rängen 1, 3 und 4.) Patrick O’Brien, Communications Director des Anlagedienstleisters Exante, lobte die Zugänglichkeit der Behörden und Amtsträger in Malta im Vergleich zu seinem Heimatland Irland:

„Maltas größter Vorteil gegenüber Irland besteht darin, dass in dieser kleinen Wirtschaft der Kontakt zu hohen Regierungsvertretern, Aufsichtsbehörden und weiteren Entscheidungsträgern relativ einfach ist. Für Unternehmen wie Exante ist dies unverzichtbar. Als Online-Makler mit soliden, transparenten Rahmenbedingungen ist die Pflege unserer Marke enorm wichtig für uns. Tragfähige, offene Beziehungen zu unseren Partnern erleichtern uns dies.“

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